Strafanzeige erstatten

Strafanzeige erstatten kann jedermann, dem ein strafrelevantes Verhalten zur Kenntnis gebracht wurde. Dabei muss unterschieden werden zwischen Strafanzeige erstatten und Strafantrag zu stellen, was eine Prozessvoraus-setzung ist. Doch welche Wege gibt es um eine Strafanzeige zu erstatten, wer nimmt eine solche entgegen und welche Rechte bzw. Pflichten hat der Anzeigende?

Was bedeutet Strafanzeige erstatten?

Wer eine Strafanzeige erstattet, teilt den Strafverfolgungsbehörden einen Sachverhalt mit, der aus Sicht des Anzeigenden strafbewährt ist. Dabei kann die Strafanzeige mündlich oder schriftlich bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft oder bei einem Amtsgericht vorgebracht werden. Zurzeit besteht in elf Bundesländern auch die Möglichkeit, eine Strafanzeige via Internet zu erstatten. Sofern die Strafverfolgungsbehörden aufgrund der Strafanzeige und der eigenen Ermittlungen einen Anfangsverdacht erkennen, wird in aller Regel das Ermittlungsverfahren eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wenn man eine Strafanzeige erstatten will

Die Staatsanwaltschaft ermittelt wenn man eine Strafanzeige erstatten will

Dabei ermittelt die Polizei als Hilfsorgan der Staatsanwaltschaft. Diese kann weitere Ermittlungen anordnen, oder ggf. die Anklage gegen den Beschuldigten vorbereiten. Strafanzeige erstatten muss nicht nötigerweise der Geschädigte, auch wenn dieser selbstverständlich gehört wird mit dem Ziel, den Sachverhalt aufzuklären. Dabei sind anonyme Anzeigen nur dann möglich, wenn beispielsweise ein Schriftstück auch ohne Personalien den Strafverfolgungsbehörden zur Kenntnis gebracht wird. Jeder Zeuge ist allerdings zur Aussage verpflichtet, allerdings ohne der Verpflichtung sich selber zu belasten. Der Beschuldigte erhält die Möglichkeit, den Sachverhalt auch vor Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft aufzuklären.

Eine Selbstanzeige ist ebenfalls möglich. Hier kann der Anzeigende beispielsweise bezwecken, bei einem unklaren Sachverhalt seine Unschuld zu beweisen. Wann der Beschuldigte Kenntnis von dem Ermittlungsverfahren erhält, ist höchst unterschiedlich und kann aus ermittlungstechnischen Gründen verzögert werden.

Pflicht zum Strafanzeige erstatten?

In Deutschland besteht für Privatpersonen keine Rechtspflicht, eine Strafanzeige für bereits vollbrachte Delikte zu erstatten. Lediglich wer Kenntnis von Straftaten gemäß Paragraf 138 StGB hat, muss diese anzeigen, sofern sie sich noch in der Planungsphase befinden. Eine Strafanzeige kann nicht durch den Antragssteller zurückgezogen werden. Bei Offizialdelikten stellt die Staatsanwaltschaft mit ihren subalternen Behörden eigene Ermittlungen an und ist bis zur Anklageerhebung Herr des Verfahrens. Strafanzeige erstatten kann für den Beschuldigten eine Reihe von Folgen haben. Diese können Hausdurchsuchungen ggf. mit Beschlagnahme von Unterlagen, aber auch Observation und Telefonüberwachung zur Folge haben. Diese müssen in Deutschland von der Staatsanwaltschaft beantragt sowie begründet und von einem Richter genehmigt werden. Auch einen Haftantrag kann die Staatsanwaltschaft stellen, der ebenfalls von einem Gericht genehmigt werden muss. Hierfür müssen die Haftgründe gegeben sein.

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