Was ist eine Strafanzeige?

Eine Strafanzeige ist in Deutschland die Mitteilung eines Sachverhaltes gegenüber einer für die Strafverfolgung zuständigen Behörde in der Meinung, dass es sich um einen strafbaren Tatbestand handelt. Diese Mitteilung ist jedem Bürger möglich, der Kenntnis von einem strafbaren tatsächlichen Geschehen erhält. Eine Strafanzeige setzt die Behörden in Kenntnis einer möglichen Straftat, woraufhin diese von Amts wegen prüfen müssen, ob ein Ermittlungsverfahren einzuleiten ist.

 

Wie kann man eine Strafanzeige erhalten?

Das Strafgesetzbuch (StGB) führt in seinem besonderen Teil diejenigen Straftatbestände des deutschen Rechts auf, die zu einer strafrechtlichen Verfolgung führen. Die Vorgehensweisen der Behörden bei Strafverfahren sind durch die Strafprozessordnung (StPO) und durch Vorschriften weiterer Gesetze wie z. B. des Jugendgerichtsgesetzes festgelegt. In Deutschland ist allein der Staat berechtigt, aber auch verpflichtet, ein Ermittlungsverfahren bei Vorliegen eines Anfangsverdachts einzuleiten sowie Anklage bei einem hinreichenden Tatverdacht zu erheben. Nach Anzeige einer möglichen Straftat wird diese Strafanzeige daher von Amts wegen geprüft.

Wenn hinreichende Anhaltspunkte bestehen, dass eine strafbare Handlung vorliegt, leitet die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen die Personen ein, die sich eventuell strafbar gemacht haben. Das Ermittlungsverfahren soll den Ablauf des Geschehens und der Handlungen der beteiligten Personen feststellen und klären. Üblicherweise wird die Polizei mit diesen Ermittlungen beauftragt. Ob eine Straftat tatsächlich zur Anklage kommt, das Verfahren wegen mangelnden Tatverdachts oder fehlenden Strafantrags in bestimmten Fällen eingestellt wird, oder ob ein Strafbefehl beantragt wird, entscheidet die Staatsanwaltschaft nach Sichtung und Bewertung der Ermittlungsergebnisse.

Welche Folgen hat eine Strafanzeige?

Nach einer Strafanzeige muss auch immer ermittelt werden

Nach einer Strafanzeige muss auch immer ermittelt werden

Einer Strafanzeige folgt die Ermittlungspflicht der Behörden von Amts wegen. Die Anzeige kann üblicherweise nicht zurückgenommen werden, weil die Verfolgung unabhängig davon erfolgt, woher die Behörden über eine möglicherweise strafbare Handlung informiert wurden. Strafanzeige zu erstatten, um eine Straftat vorzutäuschen oder andere Personen fälschlich zu beschuldigen, kann Ermittlungen gegen die eigene Person in Gang setzen. Im Zuge strafrechtlicher Ermittlungen kommen verschiedene Verfahren der Aufklärung und Beweissicherung zur Anwendung. Wenn bei sehr schwerwiegenden Straftaten ein dringender Tatverdacht besteht, kann die Staatsanwaltschaft Antrag auf einen Haftbefehl beim Amtsgericht stellen. Erlässt das Amtsgericht daraufhin den Haftbefehl, können Beschuldigte umgehend in Untersuchungshaft genommen werden.

Erweist sich der Verdacht einer Straftat als begründet, kommen verschiedene Möglichkeiten ihrer Ahndung in Betracht. Die Einstellung des Verfahrens ohne oder gegen bestimmte Auflagen kann bei geringeren Vergehen möglich sein, aber auch in anderen Fällen. Bei Antragsdelikten wie z. B. Hausfriedensbruch oder geringfügigem Betrug stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren bei fehlendem Strafantrag der geschädigten Person ein. Erfolgt keine Einstellung des Verfahrens, stellt die Staatsanwaltschaft beim zuständigen Gericht Antrag auf eine Anklage oder Erlass eines Strafbefehls und leitet damit ein gerichtliches Strafverfahren ein.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *